Achtsamkeit und Multitasking

Achtsamkeit und Multitasking – Warum wir mehr fühlen, wenn wir weniger tun

Die Illusion der Effizienz
Multitasking wird oft als eine wertvolle Fähigkeit angesehen – besonders für Frauen. Viele sind stolz darauf, mehrere Dinge gleichzeitig zu erledigen: Während des Bügelns telefonieren, beim Kochen die Nachrichten hören oder beim Sport einen Podcast laufen lassen. In einem Alltag voller Verpflichtungen scheint es fast unmöglich, nur eine Sache zur Zeit zu tun.

Doch führt Multitasking wirklich zu mehr Effizienz – oder verlieren wir dabei etwas Wesentliches?

Wir leben in einer Zeit, in der „Produktivität“ oft als Maßstab für Erfolg gilt. Je mehr wir in kürzerer Zeit erledigen, desto leistungsfähiger fühlen wir uns. Aber hast du dich schon einmal gefragt, wie oft du im Moment wirklich präsent bist? Wie oft du dich nach einem Tag voller To-Do-Listen tatsächlich erfüllt fühlst?

Denn die Wahrheit ist: Multitasking ist eine Illusion. Unser Gehirn kann sich nicht auf mehrere Dinge gleichzeitig konzentrieren. Was wir für „gleichzeitiges Arbeiten“ halten, ist in Wirklichkeit ein ständiges Umschalten zwischen verschiedenen Aufgaben – ein Prozess, der uns mehr Energie kostet, als wir denken.

Und genau hier kommt die Achtsamkeit ins Spiel. Sie zeigt uns, dass wahre Präsenz nicht bedeutet, mehr zu tun – sondern weniger, aber mit vollem Bewusstsein.

Achtsamkeit und Multitasking: Was ist Multitasking wirklich – und warum funktioniert es nicht?

Viele Menschen sind überzeugt, dass sie gut im Multitasking sind. Doch in Wahrheit kann unser Gehirn sich immer nur auf eine kognitive Aufgabe zur gleichen Zeit konzentrieren.

Multitasking bedeutet nicht, dass wir zwei Dinge gleichzeitig tun – sondern, dass unser Gehirn extrem schnell zwischen ihnen wechselt.

Das Problem? Jedes Mal, wenn wir den Fokus wechseln, braucht unser Gehirn Zeit, um sich neu zu orientieren. Studien zeigen, dass Menschen, die ständig zwischen Aufgaben wechseln, langsamer arbeiten, mehr Fehler machen und sich gestresster fühlen.

Die versteckten Kosten des Multitaskings:

  • Erhöhte mentale Erschöpfung – Unser Gehirn muss ständig neu ansetzen, was extrem viel Energie kostet.
  • Weniger Tiefe in unseren Erfahrungen – Wenn wir immer in Gedanken woanders sind, verpassen wir das echte Erleben.
  • Mehr Stress, weniger Ruhe – Der Druck, immer „alles gleichzeitig“ zu machen, führt zu einer permanenten inneren Anspannung.

Kennst du das Gefühl, dass du abends völlig erschöpft bist, obwohl du gefühlt den ganzen Tag „nur Kleinigkeiten erledigt“ hast? Oft liegt das daran, dass wir nie wirklich mit einer Sache im Moment waren.

Aber was wäre, wenn wir lernen könnten, Dinge wieder bewusst zu tun?

Multitasking vs. Achtsamkeit: Zwei gegensätzliche Welten?

Wir haben gelernt, dass Multitasking uns produktiver macht. Doch was, wenn genau das Gegenteil der Fall ist?

Achtsamkeit und Multitasking sind zwei völlig unterschiedliche Geisteszustände:

  • Multitasking bedeutet Zerstreuung. Der Geist springt ständig zwischen Aufgaben hin und her, was zu innerer Unruhe und Stress führt.
  • Achtsamkeit bedeutet Präsenz. Sie erlaubt uns, ganz im Moment zu sein – mit voller Aufmerksamkeit und innerer Ruhe.

Die versteckte Wahrheit ist: Multitasking lässt uns glauben, dass wir mehr schaffen, aber es trennt uns von uns selbst.

Denk an einen ganz einfachen Moment:

  • Wie oft isst du, während du nebenbei auf dein Handy schaust?
  • Hast du schon einmal einen Spaziergang gemacht, ohne ständig Musik oder einen Podcast zu hören?
  • Wie oft ertappst du dich dabei, eine Aufgabe zu erledigen, während deine Gedanken schon ganz woanders sind?

Multitasking hat einen Preis: Es nimmt uns die Tiefe unserer eigenen Erfahrungen.

Achtsamkeit bedeutet nicht, dass wir weniger tun – sondern, dass wir wieder ganz bewusst da sind.

Stell dir vor, du würdest eine Tasse Tee trinken und einfach nur den Geschmack genießen, ohne dabei etwas anderes zu tun. Oder eine Unterhaltung führen, ohne gleichzeitig aufs Handy zu schauen.

Wie viel intensiver wäre dein Erleben?

Achtsamkeit bringt uns zurück zu einer tieferen Verbindung – mit uns selbst und mit dem Leben.

Was passiert, wenn wir lernen, Dinge nacheinander zu tun?

Stell dir vor, du würdest deinen Tag nicht mehr damit verbringen, ständig zwischen Aufgaben zu springen, sondern eine Sache nach der anderen tun – bewusst und mit voller Präsenz.

Wie würde sich dein Leben anfühlen, wenn du nicht mehr gehetzt wärst, sondern dir erlaubst, in jedem Moment wirklich da zu sein?

Viele Menschen fürchten, dass sie dann weniger schaffen. Doch das Gegenteil ist der Fall:

  • Du wirst fokussierter und produktiver. Ohne ständige Ablenkung arbeitest du konzentrierter – und bist oft schneller fertig.
  • Du fühlst dich weniger gestresst. Dein Nervensystem kommt zur Ruhe, weil es nicht mehr im ständigen Alarmmodus ist.
  • Du empfindest mehr Freude im Alltag. Selbst einfache Dinge wie Zähneputzen oder Geschirrspülen können zu einem Moment der Ruhe werden.

Achtsamkeit bedeutet nicht, dass du langsamer wirst. Es bedeutet, dass du bewusster wirst.

  • Weniger Zerstreuung – mehr Tiefe
  • Weniger Stress – mehr innere Ruhe
  • Weniger Reizüberflutung – mehr Klarheit

Letztendlich geht es nicht darum, Multitasking radikal abzuschaffen – sondern bewusst wahrzunehmen, wann es dich von dir selbst entfernt.

Praktische Impulse für mehr Achtsamkeit & weniger Multitasking

Theorie ist gut – aber wahre Veränderung entsteht erst durch Erfahrung. Wie kannst du im Alltag bewusster mit deiner Aufmerksamkeit umgehen?

Hier sind vier einfache Impulse, die dir helfen, Multitasking zu reduzieren und mehr Achtsamkeit in dein Leben zu bringen:

1. Das 5-Minuten-Experiment: Eine Sache mit voller Präsenz tun
Wähle eine alltägliche Tätigkeit, z.B. Geschirrspülen oder Kaffee trinken. Mache diese Tätigkeiten für fünf Minuten mit deiner vollen Aufmerksamkeit.
Beobachte dabei: Wie fühlt es sich an, wenn du nichts nebenbei tust? Welche Sinneseindrücke nimmst du wahr?

2. Die „Handy-freie Zone“ einführen
Unser Smartphone ist eine der größten Multitasking-Fallen. Lege bewusst fest, wann und wo du es nicht benutzt, z.B. beim Essen oder vor dem Schlafengehen.
Sei bewusst und nehme wahr: Wie verändert sich dein Erleben, wenn du in diesen Momenten präsenter bist?

3. Das „Ein-Ding-nach-dem-anderen“-Prinzip
Teste für einen Tag und erledige Aufgaben nacheinander, statt mehrere Dinge parallel zu machen.
Wie fühlst du dich dabei? Wie fühlt es sich an, nicht ständig zwischen Tätigkeiten hinundher zu springen?

4. Bewusst atmen, bevor du etwas Neues beginnst
Atme einmal tief ein und aus bevor du von einer Aufgabe zur nächsten wechselst:
Nimm dabei wahr: Wie bringt dich dieser bewusste Moment zurück ins Hier und Jetzt?

Diese kleinen Impulse helfen dir, Achtsamkeit ganz natürlich in deinen Alltag zu integrieren – ohne dass du mehr Zeit dafür einplanen musst.

Weniger tun – mehr sein

Multitasking gibt uns das Gefühl, produktiver zu sein – doch in Wahrheit raubt es uns Energie, Klarheit und die Verbindung zum gegenwärtigen Moment.

Achtsamkeit ist der Gegenpol. Sie ist keine Technik, die du zusätzlich „tun“ musst, sondern eine Einladung, das Leben wieder bewusster zu erleben.

  • Weniger Ablenkung – mehr Fokus
  • Weniger Hetze – mehr innere Ruhe
  • Weniger Kontrolle – mehr Vertrauen

Die Einladung an dich: Wann hast du dich das letzte Mal wirklich nur auf eine einzige Sache konzentriert – ohne Ablenkung? Wo in deinem Alltag kannst du bewusstes „Single-Tasking“ ausprobieren?

Vielleicht hast du Lust, eines der Experimente ausprobieren? Oder vielleicht reicht es schon, dir bewusst zu machen, wie oft dein Geist zwischen verschiedenen Dingen springt. Denn Achtsamkeit beginnt immer mit Bewusstsein.

Und manchmal führt der Weg zu mehr Leichtigkeit nicht über mehr Tun – sondern über weniger.

Wenn du mehr in das Thema Achtsamkeit eintauchen möchtest, ist vielleicht auch dieser Beitrag interessant für dich:
Achtsamkeit, Selbstliebe & Innere Ruhe – Wie du durch bewusste Präsenz mehr Gelassenheit in dein Leben bringst

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Iris_Paul

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